Gesprächsrunde: Arabischer Frühling – Aussichten?
Mit: S.E. Herr Mohamed Samir KOUBAA ,Tunesischer Botschafter, Wien
Mag.a. Christine Schlager, Universitätslektorin für Arabisch, Graz
Abderrahim Rachdi, Sozialarbeiter, Graz
Moderation: Drin. Annelies Pichler, Chefredakteurin Megaphon, Graz

Ort: Galerie Sozialamt | Sozialamt Graz, Schmiedgasse 26/1 | 8010 Graz
Datum: Donnerstag, 11. Oktober 2012 um 18.00 Uhr
Dauer:bis 30.11.2012 Mo bis Fr, 09:00 bis 17:00 Uhr

Manchmal genügt ein kleiner Funke, um eine Revolution zu entfachen. Am Beginn des Arabischen Frühlings stand der Tod des jungen tunesischen Obsthändlers Mohamed Bouazizi. Mit seiner Selbstverbrennung setzte er einen Feuersturm in Gang, der die Arabische Welt seither in Atem hält.

Aber wer war er wirklich? Mahmoud Lamine begab sich auf eine Spurensuche in seinen Heimatort. Er sprach mit der Familie, Nachbarn und Bekannten. Culture unlimited erzählt die dramatische Geschichte des jungen Mannes in visuellen Textmontagen, die bewusst auf eine Fotodokumentation verzichten. Die Ausstellung setzt damit einen Kontrapunkt zur allgegenwärtigen medialen Bilderflut – erst das Lesen erzeugt ein Bild im geistigen Auge des Betrachtenden.

Mohamed Bouazizi wurde 1984 in der kleinen Provinz-Stadt Sidi Bouzid im südlichen Tunesien geboren. Weitab vom geldbringenden Norden mit seinen Badestränden und komfortablen Urlaubsdomizilen.

Früh musste er in der Familie die Stelle seines verstorbenen Vaters einnehmen und seiner Mutter bei der Versorgung der Geschwister tatkräftig unter die Arme greifen. Damit seine Schwester studieren konnte, verzichtete er selbst auf eine höhere Ausbildung. Er arbeitete als mobiler Obsthändler, der mit seinem Holzkarren durch die Straßen zog. Wie viele Menschen in Tunesien war er dabei im Alltag den Schikanen der Behörden ausgesetzt.

Aus Verzweiflung über die Willkür und Korruption zweier Polizeibeamter steckte er sich am 17. Dezember 2010 in Brand. In seinem Schicksal sahen viele Menschen ein Symbol der herrschenden Ungerechtigkeit im Land. Bouazizi wurde posthum mit dem „Sacharow-Preis für geistige Freiheit“ der EU 2011 bedacht. Rundfunkautor Mahmoud Lamine mit seinem Feature „Der Funke im Pulverfass“ für den prix italia 2012 nominiert.

Bild(c)Mahmoud Lamine